Eine bunte Vielfalt

Wein Lese Land marbach + bottwartal 2/2018

Diese „Kaffeesiebe“ sind maximal 15 Zentimeter lang, aus Silber und oft mit feinen Mustern versehen. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert. Damals wurde der Kaffee zubereitet, indem das Pulver mit dem Wasser aufgekocht wurde. Beim Servieren wurde der Kaffee durch so ein Sieb gegossen, um den Kaffeesatz zurückzuhalten. Dies endete erst, als 1908 Melitta Benz den Filter aus Papier entwickelte.

Das neue Tobias-Mayer-Museum ist eine echte Hausnummer. Aber die Museumslandschaft in der Region Marbach-Bottwartal hat noch einiges mehr zu bieten.

Nicht, dass man im Sommer nicht ins Museum könnte. Aber die Herbst- und Winterzeit eignet sich doch besonders gut dazu, die vielen kleinen und auch größeren Museen in der näheren Umgebung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Klar ist dabei das nagelneue Tobias-Mayer-Museum in Marbach ein Muss, aber die Wein-Lese-Landschaft Marbach-Bottwartal hat in dieser Hinsicht noch viel mehr im Angebot – angefangen bei den ganz Großen, wie den Literaturmuseen, über ganz auf ein Thema spezialisierte wie das BrezelMuseum in Erdmannhausen bis hin zu den ganz Kleinen, wie dem Museum für Kloster- und Stadtgeschichte in Steinheim oder der Ölmühle Jäger in Marbach. Überall sind es oft unscheinbare Exponate, die ganz besondere Aufmerksamkeit verdienen . . .

Ein Kaffeesieb aus dem 19. Jahrhundert zum Beispiel. In dem kleinen Museum in Gronau ist gerade „Best-of GroMusle“ zu sehen und damit die Sonderausstellungen Werbung, Hochzeit, 50er-Jahre-Küche und Kaffee. Ab 4. November ist die Ausstellung um „Großmutters Dessous“ erweitert. An diesem Tag ist auch die Jubiläumsfeier für zehn Jahre GroMusle. Dann gibt es freien Eintritt.

Zu feiern hat auch das Museum im Adler etwas. „Heimspiel“ heißt die Sonderausstellung zum 30-jährigen Museumsjubiläum vom 4. November 2018 bis 21. Juli 2019. Eine Ausstellung rund um den Fußball und seine Kulturgeschichte – nicht nur für eingefleischte Fußballfans . . .

Fußball und Heimatmuseum? Geht das zusammen? Und wie! Das Museum im Adler lädt ab 4. November in die Welt des (Benninger) Fußballs ein. Der TSV Benningen spielte einst in der obersten Amateurliga.

Ein Benninger war mal Trainer beim VfB Stuttgart: Hätten Sie’s gewusst?

Was steht an in der nahen Zukunft? Was sind die nächsten Projekte? Im vergangenen Jahr ist die Lauffener Marke generalüberholt worden. Es gab unter anderem ein neues Logo. „Wir haben uns eine junge Optik verpasst, ohne unsere Tradition zu verleugnen“, sagt Sonja Schult. Für 2019 steht ein Relaunch des Käsbergkellers auf der Agenda. Der Name bleibt jedoch unangetastet, verspricht die 36-Jährige. Aber das Logo und die Flaschen bekommen einen neuen Look. „Wir blicken poitiv in die Zukunft.“

Die lebensechte Figur ist eine so genannte Dermoplastik: So in etwa muss die Frau ausgesehen haben, deren Schädel 1933 in der Kiesgrube Sigrist in Steinheim gefunden wurde. Gelebt hat sie vor rund 400 000 Jahren, die Pariser Künstlerin Elisabeth Daynès hat ihre Nachbildung geschaffen

Urzeit-Fans finden im Urmensch-Museum in Steinheim nicht nur ein riesiges Steppi-Skelett. Seit einem guten Jahr kann man eine lebensechte Nachbildung der Steinheimer Urmensch-Frau bestaunen. Die Künstlerin Elisabeth Daynès aus Paris hat sie hergestellt.

Die Verkleinerung des Weimarer Dichterdenkmals zeigt die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller – es war die „Freundschaft des Jahrhunderts“, und es ist hier schön dargestellt, wie Goethe seine Hand freundschaftlich auf Schillers Schultern legt.

Und dann ist da ja noch Friedrich Schiller: In seinem Geburtshaus in Marbach ist der Geist des Dichters allgegenwärtig. An seine Freundschaft zu Johann Wolfgang von Goethe erinnert die Verkleinerung des Weimarer Dichterdenkmals. Goethe hat nach Schillers Tod zu Johann Peter Eckermann gesagt: „Ein Glück für mich war es indes, daß ich Schillern hatte. Denn so verschieden unsere beiderseitigen Naturen auch waren, so gingen doch unsere Richtungen auf Eins, welches denn unser Verhältnis so innig machte, daß im Grunde keiner ohne den andern leben konnte.“ (sl)

2018-10-18T13:45:01+01:00